Mittwoch, 21. März 2012

DAS ZIGARETTENPARADOXON


Rauchen ist in Deutschland nicht mehr en vogue. Das heißt: Rauchverbot in öffentlichen Gaststätten, Marlboro Man und das HB Männchen sind tot und ihre Geister fristen heute ein tristes Dasein in Youtube Videos mit dem Titel “Witzige 80er Jahre Werbung”

Wer heute raucht, raucht draußen - vor der Clubtür, auf dem Balkon, vor dem Bürokomplex. Deswegen heißt Rauchen heute paradoxerweise auch “Frische Luft schnappen” Dabei ist das was man da schnappt weder frisch noch Luft. Raucher gelten gemeinhin auch als dumm, da sie die offensichtlichen Gefahren entweder nicht erkennen oder nicht erkennen wollen. Dabei sind Raucher durch die Nichtraucherdiktatur die letzten Menschen,die noch wissen, wie man nichts tut. Die vor der Tür oder auf dem Balkon stehen und dabei absolut nichts machen außer an ihrer Zigarette zu ziehen. Yoga und Autogenes Training lehren Menschen etwas, was Raucher schon lange können : Sich einige Minuten dem Nichtstun und  dem Nichtkommunizieren  hinzugeben. “Rauchen Verboten” Schilder machen Raucher zu den Buddhas des 21. Jahrhunderts. Sieben Minuten, um Dinge Revue passieren zu lassen. Zeit die zum Nachdenken zwingt, da der Mensch sich Beschäftigung sucht, wenn er kein Input von Außen kommt. 



Fazit: Raucht weiter draußen - aber lasst eure Smartphones drinnen. Denn dann ist auch das letzte Argument für die Nikotinsucht dahin.  

(Foto: Ich fotografiert von Anna K, Berlin)

1 Kommentar:

  1. Ist so. So manch einer verfasst darüber eine Magisterarbeit:

    http://www.amazon.de/Rolle-M%C3%BC%C3%9Figgangs-einer-Theorie-Lebens/dp/3955493695/ref=sr_1_1?ie=UTF8&qid=1416050112&sr=8-1&keywords=luba+goldberg

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(Ich veröffentliche nur freundliche Kommentare. Das Sudelheft ist mein Zuhause, und ich lade selten Leute zu mir nach Hause ein, die mich mit "Ich hasse dich, deine Familie und deine Texte" begrüßen.)