Warum man nicht schreibt

Wenn man als Schriftsteller sein Geld verdient, fragen einen ständig Leute, warum man denn schreibe. Kennt man ja von Lehrern, die ständig gefragt werden, warum sie eigentlich unterrichten, statt geil auszuschlafen. Oder von Baggerführern, von denen man gerne wissen will, was eigentlich ihre Inspiration für die Baustelle auf der A99 war.

Viel interessanter finde ich, warum man nicht schreibt. Ich kenne mich gut aus mit nicht-schreiben, ich kann ganze Tage lang nicht schreiben, ehrlich gesagt schreibe ich meistens nicht. Ich bin Experte in diesem Sachgebiet. Endlich Experte!

Manchmal schreibe ich nicht, weil mich die Weltlage müde macht. Weil es mich erschöpft, wie reflexhaft auf Terroranschläge, AfD-Ausreißer, Trump-Zitate reagiert wird. Und ja, das sind halt die Mechanismen, so funktionieren Medien und das Internet, ich will da nur meist nicht mitmachen, weil meine Haltung zu den Dingen meist erschreckend unoriginell ist, und sie jemand anders teilen wird. Weil es mir manchmal einfach zu laut wird. Weil ich mitmachen nicht mag. Weil ich es für mich oft angemessener finde, nichts zu sagen. Oder weil ich mich schlicht nicht qualifiziert halte. (Und damit Recht habe)

Sehr oft schreibe ich nicht, weil es mir übel geht. Manchmal kommt ein Tag, an dem ich es schlicht nicht schaffe, aufzustehen. Und sehr oft kommt daraufhin noch so ein Tag und noch einer, manchmal geht das über Wochen, selten Monate. 
Sollte ich doch mal das Bett verlassen, dann nur um Fertiggerichte zu kaufen, oder weil in irgendwelchen Ratgebern steht, man müsse mal das Haus verlassen, Bewegung sei das einzige was hilft. Also, Bewegung und Antidepressiva und Tavor. Ich kann an solchen Tagen sehr wenig, und schreiben geht meist gar nicht oder sehr schlecht.

Diese Tage sind nicht besonders interessant, über Depression wurde genug geschrieben, und wer auch immer behauptet hat, dass man die Depression zum künstlerischen Schaffen brauche, dem wünsch ich keine. Die wünsche ich nämlich generell niemanden. Meistens vergehen diese Tage irgendwann, selbst wenn man es nicht für möglich hält, nie für möglich hält, dass man sich jemals wieder normal fühlen könne. Tut man dann aber doch. Man sollte möglichst nicht auf einen selbst hören. Man Selbst ist so oft dumm.

Manchmal schreibe ich nicht, weil ich 20 Folgen einer Vampir-Serie am Stück schauen muss. Das ist nicht meine Schuld, diese sehr schlechten US-Serien sind so geschickt geplottet, dass man schlicht nicht vor Staffelende aufhören kann, und nach Staffelende muss man wissen, wie es in der neuen Staffel weitergeht. Mindestens zwei meiner Romane werden aufgrund des Cliffhangers nie geschrieben werden. Weil ich rausfinden muss, ob es Hybride aus Werwölfen und Vampiren gibt, und ob die Alte jetzt den Freund von ihrer Mutter küsst oder nicht. Das ist wichtig. Das ist der dritte Grund. Faulheit ist ein mächtiger Gegner, verbündet mit Netflix quasi unbesiegbar. Dagegen helfen nur Deadlines und schlechtes Gewissen. 

Oft schreibe ich nicht, weil ich nicht dafür bezahlt werde und schreiben nicht mein Hobby ist. Mein Hobbys sind andere Sachen: Gitarre spielen und singen. Dem Mann den ich liebe etwas zu oft mitteilen, wie sehr ich ihn liebe. Spaghetti mit Öl und Knoblauch kochen. Rumliegen. Meinen Nachbarn versprechen, dass ich bald wieder aufhöre mit dem Gitarre spielen singen. Chatten. Bücher lesen. Kram halt, der mehr Spaß macht als schreiben. 

Am meisten schreibe ich wahrscheinlich nicht, weil mir die Komplexe und der Selbsthass dabei im Weg herumstehen. Weil es leichter ist, sich einzureden, man könne eh nichts, als es zu versuchen und dann erst zu scheitern. Weil ich mich drohend an böse Kommentare und Shitstorms erinnere, und alle netten Zuschriften verdränge. Weil mir alle meine Texte dann vage, nicht komisch, unwichtig, nervig vorkommen, und ich der Welt nicht noch mehr von diesem Scheiß zumuten möchte. Dann folgt meist der immer gleiche Tanz zwischen Verpflichtung und Sträuben, zwischen Trotz und Komplex, bis ich dann irgendwann zusammenreiße, und den Lesern doch noch einen Text mehr zumute. So übel sind die ja nun auch nicht. Das war der vierte Grund.

Und manchmal mache ich Urlaub.

Oft schreib ich nicht, weil ich mich besten Freundinnen auf dem Küchenboden betrinken muss.




Kommentare

  1. Warum schreibst du jetzt genau?

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    1. Laberrhabharbher; und Pures Selbstdarstellen. Deshalb schreibt sie. Ein Leben in der "Ich-Blase": nichts mehr. Nur, dass das Ich von jedem anderen wahrgenommen werden muss...How poor!

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    2. Und die Unsterblichkeit im Neide dieses Leben,
      diese zu theilen, ist ein Leiden auch.
      Doch das ist auch ein Leiden, wenn mit Sommerflecken ist bedeckt ein Mensch,
      mit manchen Flecken ganz überdeckt zu seyn! Das thut die schöne Sonne:
      nemlich die ziehet alles auf.

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    3. sol serenat omnia

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    4. Die Borniertheit des Sprechens an sich und die durch dieses zu Tage geförderten Weisheitsanflüge schließen sich ebenso wenig aus, wie die Blindheit als Methode das Körnersuchen. Ob es wirklich so schön wäre, wenn die liebe Sonne alles ins Heitere rückte, lasse ich dort hingestellt, wo das Mittelalter und ihm folgend dann seine Nachfahren es anzunageln versuchten bis heute. Bei Hölderlin allerdings zieht sie „nemlich“ alles auf – auch das niedergeschlagen verkatert Verzweifelte, was ihr jedenfalls dem Clown gegenüber einen gelasseneren Charakter verleiht.
      In dieser Gratisgesangsstunde versuche ich jetzt grade nichts weniger, als diesen Unterschied (innerhalb der Leiden der jungen R.) soweit zuzuspitzen, dass es möglich wird, ohne Gegensatz – und ohne ihn also lösen zu müssen – etwas mit sich selber zu versöhnen. Leiden – „…wie Bäche reißt das Ende von Etwas mich dahin…“ – und das Etwas ist, und es ist, ohne sich an Regeln zu orientieren, wirklich von Bedeutung, großgeschrieben. Also das Ende von allem, was Etwas heißen kann. Der erschreckendere Name dafür wird erst ein paar Zeilen später ausgesprochen. „…Natürlich, dieses Leiden hat…“ die junge R. Und mit „Sommerflecken“ ist sie auch bedeckt – „…mit manchen Flecken ganz überdeckt zu seyn…“, „… das ist auch ein Leiden…“ Also der moderne Name und die in seinem Namen gelenkten Heilwaffen sagen niemandem weniger als dem Ende von Etwas den Kampf an: Anti…! Aber Anti hilft nie gegen sich selbst.
      Schüchterne Nacktheit ist auch schön, auch und gerade, wenn sie die Seele und nicht den Körper entblößt. R., die Marilyn Monroe der Pubertätsliteratur, das ist doch mal wirklich ein Kompliment. Aber es wäre doch im Ernst erfreulich, würde es anders ausgehen in diesem Falle, ne!
      „…arme(r) Fremdling(in) in Griechenland! / Leben ist Tod, und Tod ist auch ein Leben.“ – „Auch 1“: Es vergeht von selber und alles Gesagte bleibt für immer geheim, auch ohne Kater und Husten.
      Die Sonne heitert zwar nicht alles auf, wie mein Vorschreiber versuchte zu beschwören, aber wenn sie lacht, lacht sie – und es ist ein großes Buddhalachen über ein auf Zigaretten gestütztes, vom Wein erweichtes kleines Dings, was uns hierher als Zeugen rief, um dann ihre Aussage zurückzuziehen – was wir reinen Herzens bezeugen können.
      Schöne Tage – vielleicht mit Apfelsaft und entsprechenden Kaugummis diesmal…

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    5. Schreiben ist ja noch mehr eine Zumutung als lesen. Und nebenher noch dieses verdammte Leben. Es gibt nicht vieles was mich neugierig macht. Aber es kann auch wieder anders werden mit ein paar frommen leuten. Bleib noch ein bisschen beim Zirkus. Wir ziehen nach.

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  2. Es ist, glaube ich, schon viel zu viel darüber geschrieben worden, warum ein ein Schriftsteller nicht schreibt. Eigentlich ist jedes Thema interessanter als gerade das nicht schreiben.
    Ich wünsche also sonniges Gemüt und Funken sprühende Inspirationen.

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  3. Ich schreibe manchmal nicht, weil ich lieber von anderen lese, die drüber schreiben, warum sie oft nicht schreiben.

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    1. From the ICE age to the dole age ... good moves, and please share a song sometime soon (duet with your Maja,

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  4. You´re back :-)
    Gratuliere zur Überwindung Ihres "Funk". Ich überlegte gerade, ob es gut ist, wenn ich Ihnen schreibe, weil Leute wie ich vermutlich der Auslöser waren, aber da draußen werden Sie nicht
    darum herumkommen, sich damit auseinanderzusetzen.
    Darum, Grüße von der anderen Seite.
    p.S.: Die "Psy-Changeling"-Reihe finde ich sehr inspierierend zur momentanen Lage.

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  5. ohne worte / ohne schweigen / sag die wahrheit
    ...
    sagte mein zen-meister selig :))

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  6. Hey Ronja, falls es dir hilft, ich hatte vor 15 Jahren auchmal ne lange zeitlang die Seelenpest mit Tavor und anderen Helfern. Und manche Sachen werden eben doch leichter erträglich, wenn man älter wird. Zudem ist Melancholikern Intelligenz und Hingabe gegeben, und ständig La Paloma pfeifen wäre mit deren Charakter meist gar nicht vereinbar. Ich finds super ,dass du so offen drüber redest.
    Alles Gute und EINFACH MACHEN!

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  7. Endlich letztgültige Sicherheiten: die Welt ist - das ist festgestellt - als ihr in die Unendlichkeit verlängerter Weltuntergang.

    Aus dem Ruder laufende Künstler umrunden gebannt diesen Sog einer tyrannisch wirklichen Wirklichkeit. Ich und kein Ende: in kuscheliger Depression glücklich vereinzelt gebärt die tragiklose Ödipeia sich selbst aus der Vereinigung mit sich selber.

    Die Welt ist - die Kunst also armselig befreit von Aufgabe und Experiment. Ängstliche Wehleidigkeit unter einer stickigen Bettdecke - eine Komödie wie wir wissen.

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    1. "...die Komödie um der Tragödie willen..", jaja, empfehle auch immer wieder gerne B's Büchner-Preis-Rede:
      https://www.deutscheakademie.de/de/auszeichnungen/georg-buechner-preis/thomas-bernhard/dankrede

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    2. sie leiden aber ganz gewaltig an einer art inversen tourette-syndrom, hab ich recht?

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  8. Es gibt, wie ich denke, eigentlich nur zwei Möglichkeiten für Menschen. Entweder - wie beinahe alle - zwischen den Weltdingen einer vorgegebenen Wirklichkeit verloren sein und gleichzeitig jeweils im Einzelfall in dieser Verlorenheit auch vermeintlich gerettet unter dem Schleier einer ungedachten, undenkbaren und unaussprechlichen Vermutung.

    Oder als Geist und Kunst von der durch diese bedrohten Materie angefeindet und angegriffen, nur durch Schwäche zum Schweben beflügelt und nur in der rückhaltlosen Unterwerfung unter den Kunst- bzw. Ausdruckszwang zum Atmen fähig.

    Zwei Möglichkeiten bedeutet nicht, dass es da eine Wahl gäbe. Das weiß ich nicht. Aber diese zwei Möglichkeiten, die auch zwei Wirklichkeiten sind, schließen sich, wie ich denke, gegenseitig aus. Der „Schriftsteller“, der sein Geld mit Schreiben verdient, wie der Friseur mit frisieren, gehört in die erste Kategorie. Tertium non datur.

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  9. Seguramente la traducción de google no es muy buena, distinto a ti en esos días repletos de depresión encuentro en la escritura el método mas viable para revivir, a veces, no sé si vivo y escribo o si muero y escribo, en esta vida donde todo efímero hay que aprovechar cada instante para hacer uso de esas facultades divinas cómo lo es escribir. Por citar un ejemplo, hoy es jueves 26 de Octubre, fui asesinado anoche por una precipitación de letras y no estoy seguro si estoy despierto o sigo durmiendo, escribo esto desde mi tumba, esperando que llegue la noche para morir de nuevo o quizá revivir. Lamento mis pésimas letras.

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  10. Warum gehe ich nicht in die Uni? Lieber lese ich um 12.00 mittags Sudelheft und trinke dabei eine Flasche Rotwein - von Aldi. Ronja von Rönne, mein Psychologe ist scheiße und mein Verhalten auch. Sei der Dan Bilzerian unter den Depressiven für uns Jim Carreys der Welthinterfrager und Lebensanzweifler! Gut das reicht an Pathos. Ich lege mich jetzt wieder in mein Bett und beschäftige mich vertieft mit Netflix, 9GAG und mit was auch immer mir dieses Internet an Medikationen bietet.

    Liebe Grüße
    J.S.

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  11. Warum gehe ich nicht in die Uni? Lieber lese ich um 12.00 mittags Sudelheft und trinke dabei eine Flasche Rotwein - von Aldi. Ronja von Rönne, mein Psychologe ist scheiße und mein Verhalten auch. Sei der Dan Bilzerian unter den Depressiven für uns Jim Carreys der Welthinterfrager und Lebensanzweifler! Gut das reicht an Pathos. Ich lege mich jetzt wieder in mein Bett und beschäftige mich vertieft mit Netflix, 9GAG und mit was auch immer mir dieses Internet an Medikationen bietet.

    Liebe Grüße
    J.S.

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  12. Grossartiger Sudelhefteintrag.
    Ich muss aber einem Vorposter widersprechen :
    Es wird im Alter nicht zwangsläufig besser, aber man hat sich halt irgendwann dran gewöhnt.

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  13. Liebe Ronja, DANKE DANKE DANKE für diesen und alle deine Texte!
    Bei "weil mir die Komplexe und der Selbsthass dabei im Weg herumstehen. Weil es leichter ist, sich einzureden, man könne eh nichts, als es zu versuchen und dann erst zu scheitern" bin ich ganz bei dir. Ein guter Grund nicht zu schreiben, das Internet, die Welt, die Menschen - alles viel zu voll von unnötigen Informationen, wer braucht da schon noch mehr? Kann man also gut und gerne sein lassen. Aber: Wenn Menschen wie du schreiben, gibt es immer irgendwo in dieser informationsüberfluteten Welt Menschen, die nichts glücklicher macht, als das was du schreibst. Merk dir das bitte! Und schreib einfach dann, wenn du es gerade möchtest. Was haben die anderen schon zu sagen? Nüscht. Ist nämlich dein Life!

    <3

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  14. Liebe Ronja,

    JA!

    Liebste Grüße,
    eine stille, nicht immer alles abnickende, aber dir doch sehr verbundene
    Leserin von Beginn an

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    1. (Nachtrag: Dein Blog läuft noch auf Sommerzeit. Irgendwie schön.)

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  15. Hallo Ronja,

    so ist das nun mal im 21.Jahrhundert, mit Mitte Zwanzig kann man schon ausgelaugt sein, kaputt sein, ausgefickt sein, verschlissen, sich überflüssig vorkommen, sich sinnlos vorkommen, einfach liegen bleiben und einschlafen und nie mehr aufwachen.
    Dies alles sind die Errungenschaften des 20 Jahrhunderts, der Freiheit, der sexuellen Revolution, der Bildung und Verleugnung Althergebrachtem, sprich Verrat an uns Menschen, bzw. Ursprung der Menschheit.

    Am Anfang war alles gut!!!!, aber wo ist das hin ? Was haben wir mit unserer Intelligenz und angeblicher Bildung und Freiheit daraus gemacht ? Welches sind unsere heutigen Werte, bzw. bilden wir uns am allermeisten etwas drauf ein ?
    Warum hat dieser “Jesus” von Nazareth uns vor den Gesetzeslehrer und Schriftgelehrten und Co gewarnt ? Wer sind die heutigen Pharisäer ? Immer die andern so wie auch immer die andern die Dummen sind ? “Wir” sind ja bescheiden und so sind immer die andern die Dummen oder diejenigen, die sich für besonders schlau halten, Pharisäer halt !!!

    Es ist interessant zu sehen, wie viele kaputte Menschen dir hier folgen und es ihnen auch noch gleichgültig ist. Heute müssen wir zu allem gleichgültig sein, welch ein erbärmliches Leben wir uns errungen haben und auch noch stolz drauf sind. Und was erwartest du von deinem Text hier in deinem Blog ? Da kannst du genau so gut einen Taubstummen nach dem Weg fragen oder einen Blinden als Fahrer einstellen. In Freundschaften ist es ähnlich, man findet was man sucht, aber was sucht man eigentlich im Leben ?
    Was haben eure Eltern euch da nur überlassen ? Und ich bin einer dieser Eltern, habe 4 Kinder in deinem Alter und sie hatten sich früher wegen ihrer Eltern geschämt, weil sie anders waren als die Eltern ihrer Freunde und Freundinnen, und heute sind sie mir dankbar, dass ich so gewesen bin, wie ich gewesen bin und nicht auf jeden Zug aufgestiegen bin, den man mir vorgesetzt hat und eingeredet hat, wenn ich nicht aufspringe, dann.......... Ja was dann ? Ich bin schweren “Herzens” nicht aufgesprungen und heute geht es mir gut, aber nicht das “gut” welches man uns vorgibt, sondern das “gut” des anderen Herzens, welches ich so in mir gefunden habe.

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    1. Du bist mit deinem Antifeminismus auf dem richtigen Weg, auch mit der Art und Weise wie du damit umgehst und jetzt müsstest du dich von allem trennen, was dir bisher lieb geworden ist, denn dein Weg ist noch mal ganz anders als du denkst. Wenn du “deinen” Weg gehst, wirst du viele Freunde und Anhänger verlieren, dafür aber einen wirklichen Freund finden, nämlich dich selber und dein wahres Herz. Und alle die dir dabei nicht folgen wollen und sich von dir abwenden, müssen es selber verantworten und nicht du, und hüte dich vor denen, die dir “nett” vorkommen, das sind die Wölfe im Schafspelz.

      Unsere Wahrheit liegt in der Vergangenheit und nicht in der Zukunft. Wenn wir die Vergangenheit aber falsch interpretieren oder sogar leugnen und ablehnen, dann können wir niemals frei Leben können. Wir werden immer in der Vergangenheit leben, da können wir uns die Welt noch so bunt malen, es bringt nichts, außer Verzweiflung, Hoffnungslosigkeit, Depression usw., so wird unsere Zukunft dann aussehen. Dabei sollte das Leben doch wie in einem Paradies sein ?
      Geben wir dem “Paradies” ein ganz falsches Bild ? Sollen wir uns deshalb kein Bild von Himmel und Erde machen, weil wir alles falsch interpretieren ? Weil wir uns für so schlau halten ?

      Was bedeutet “Unzucht” ? Betreiben wir Unzucht an uns und mit uns und untereinander ? Weil wir nicht mehr wissen, wer wir wirklich sind ? Wir vor lauter Intelligenz und Einbildung und Egoismus vergessen haben wer wir wirklich sind, wo wir wirklich herkommen ? Es bewusst vergessen wollen, wegen den ganzen Sünden die wir uns dann eingestehen müssen, aufgeladen haben ? Leben wir grundsätzlich unzüchtig, gegen die Natur des Menschen, wie wir eins erschaffen wurden ? Wollen wir deshalb nicht in die Vergangenheit schauen, denn wo beginnt sie und wo hört sie auf ?

      Was bedeutet “Keuschheit”?

      Bedeutet Keuschheit nichts anderes als im Sinne der Schöpfung zu leben, aber welcher intelligente und gebildete Mensch will denn noch wissen, wie wir erschaffen wurden, Leib und Seele, Körper und Geist ? Aber gleichzeitig wundern wir uns, wenn das Leben keinen Sinn mehr bringt und so soll Gott uns geschaffen haben ? Und als Gott uns geschaffen hat, da gab es den heutigen Luxus noch nicht und waren die Menschen damals zufriedener oder noch unzufriedener als wir heute ? Bis dann die Schlange kam und alles seinen Lauf nahm, unter Schmerzen gebären und Dornen und Disteln, dabei hätte es so einfach sein können. Man musste nur die Finger von den Früchten des Baumes in der Mitte lassen.

      In diesem Sinn, lass die Finger vom Baum der Mitte und du kannst leben wie im Paradies, halt nur anders als wir es uns mit unserer Intelligenz (weltlichem Geist) immer ausmalen. Unser göttlicher Geist ist ganz anders und das “ Ewige Leben”, sprich beständig und voller Hoffnung, wie ein ungeborenes Kind und da können wir uns auf den Kopf stellen, es ist die Wahrheit.

      Hochachtungsvoll

      Erwin

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  16. Fragt mich jemand "warum schreibst du?" (mit diesem verständnislosen Blick) gucke ich mittlerweile gern genauso verständnislos zurück und frage: "warum schreibst du nicht?". In Interviews hilft das allerdings nicht. Die fragen dann einfach nochmal. Das nennt man "kritisch nachhaken" (glaube ich).

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  17. Wieso kommt es mir, wenn Du meinen melodramatisch-trostlosen Alltag beschreibst, irgendwie so okay vor, dass man so ist, wenn ich mir sonst nicht okay vorkomme, weil ich so bin? Danke dafür.

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  18. Liebe Ronja,

    falls es dir hilft:
    Ich habe keine Ahnung vom Schreiben und ich habe mich - bis ich deine Kolumne bei der Zeit entdeckt habe - auch nie wirklich dafür interessiert.
    Und ich werfe jetzt auch nicht mit Ausdrücken wie "post faktisch" oder sonstigem um mich, einfach weil es mich nicht interessiert und ich keinen Bedarf habe, dich hier in irgendeiner Form zu benoten wie ein verdammter Klugscheißer.

    Ich finde gut was du schreibst, bitte mach weiter so. Deine Gedanken und Formulierung sprechen vermutlich mehr Menschen aus der Seele als du glaubst.

    Und um hier auch noch ein sinnbefreites Zitat zu hinterlassen:
    "Egal wie dicht du bist, Goethe war Dichter!"

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  19. Lass dich von dem rauen Wind des Internets nicht abschrecken, es gibt mich eingeschlossen mehr als genug Menschen dort draußen die sehr gerne deine Texte lesen.
    Wann immer also zwischen den ebenso super wichtigen Tätigkeiten Zeit dazu ist, wir freuen uns über schriftlichen Einblick in deinen Kopf und eine zweite Perspektive auf all diese Dinge die dort draußen passieren.
    Dein Stil ist erfrischend und inspiriert mich immer wieder dazu selbst zum kreativen Schaffen zu finden, vielen Dank dafür.
    Erhalte dir deine Subjektivität und Alltäglichkeit, das sind ehrlich große Stärken und machen diese Marke mit aus

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  20. Manchmal glaube ich, dass du manche deiner Hasskommentare selber schreibst, aus purer Lust daran dein eigenes Gehirn auszulachen.

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  21. Liebe Ronja,
    ich mag, wie du schreibst. Belangloses und Komisches, Tiefgründiges und Banalitäten auf engstem Raum. Dicht. Auf den Punkt. Analytisch und selbstkritisch, manchmal plakativ, immer offensichtlich (fast hätte ich erfrischend geschrieben, das Unwort jeder Literaturrezension) subjektiv. Kein Anspruch auf eine höhere Wahrheit. Echt. Aus dem Gehirn durch die Finger in das Papier (oder das Schreibprogramm). Das spricht an, das berührt. Weil jeder du sein kann. Weil du jeder bist. Weil das, was du beschreibst, jeder kennt, und weil die Ehrlichkeit aus jedem Satz tropft wie aus einem ausgewrungenen Handtuch. Weil man sich denkt: Man, das könnte ich sein, das könnte ich auch schreiben, aber du kannst es viel schöner. Ohne Neid. Du verpackst den Alltag in Worte, die treffen, ihr Ziel finden, mit Wumms und trotzdem Fingerspitzengefühl analysierst du und das macht mir Mut. Mut, direkt zu sein. Danke für klare Worte!

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  22. aber wenn du schreibst, schreibst du ganz wunderbar. Hatte mal wieder 10 euro und hab mir 'wir kommen' davon gekauft. Ich unterstreiche immer Lieblingssätze, das halbe Buch ist voll mit Bleistift jetzt

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(Ich veröffentliche nur freundliche Kommentare. Das Sudelheft ist mein Zuhause, und ich lade selten Leute zu mir nach Hause ein, die mich mit "Ich hasse dich, deine Familie und deine Texte" begrüßen.)


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