Warum man nicht schreibt

Wenn man als Schriftsteller sein Geld verdient, fragen einen ständig Leute, warum man denn schreibe. Kennt man ja von Lehrern, die ständig gefragt werden, warum sie eigentlich unterrichten, statt geil auszuschlafen. Oder von Baggerführern, von denen man gerne wissen will, was eigentlich ihre Inspiration für die Baustelle auf der A99 war.

Viel interessanter finde ich, warum man nicht schreibt. Ich kenne mich gut aus mit nicht-schreiben, ich kann ganze Tage lang nicht schreiben, ehrlich gesagt schreibe ich meistens nicht. Ich bin Experte in diesem Sachgebiet. Endlich Experte!

Manchmal schreibe ich nicht, weil mich die Weltlage müde macht. Weil es mich erschöpft, wie reflexhaft auf Terroranschläge, AfD-Ausreißer, Trump-Zitate reagiert wird. Und ja, das sind halt die Mechanismen, so funktionieren Medien und das Internet, ich will da nur meist nicht mitmachen, weil meine Haltung zu den Dingen meist erschreckend unoriginell ist, und sie jemand anders teilen wird. Weil es mir manchmal einfach zu laut wird. Weil ich mitmachen nicht mag. Weil ich es für mich oft angemessener finde, nichts zu sagen. Oder weil ich mich schlicht nicht qualifiziert halte. (Und damit Recht habe)

Sehr oft schreibe ich nicht, weil es mir übel geht. Manchmal kommt ein Tag, an dem ich es schlicht nicht schaffe, aufzustehen. Und sehr oft kommt daraufhin noch so ein Tag und noch einer, manchmal geht das über Wochen, selten Monate. 
Sollte ich doch mal das Bett verlassen, dann nur um Fertiggerichte zu kaufen, oder weil in irgendwelchen Ratgebern steht, man müsse mal das Haus verlassen, Bewegung sei das einzige was hilft. Also, Bewegung und Antidepressiva und Tavor. Ich kann an solchen Tagen sehr wenig, und schreiben geht meist gar nicht oder sehr schlecht.

Diese Tage sind nicht besonders interessant, über Depression wurde genug geschrieben, und wer auch immer behauptet hat, dass man die Depression zum künstlerischen Schaffen brauche, dem wünsch ich keine. Die wünsche ich nämlich generell niemanden. Meistens vergehen diese Tage irgendwann, selbst wenn man es nicht für möglich hält, nie für möglich hält, dass man sich jemals wieder normal fühlen könne. Tut man dann aber doch. Man sollte möglichst nicht auf einen selbst hören. Man Selbst ist so oft dumm.

Manchmal schreibe ich nicht, weil ich 20 Folgen einer Vampir-Serie am Stück schauen muss. Das ist nicht meine Schuld, diese sehr schlechten US-Serien sind so geschickt geplottet, dass man schlicht nicht vor Staffelende aufhören kann, und nach Staffelende muss man wissen, wie es in der neuen Staffel weitergeht. Mindestens zwei meiner Romane werden aufgrund des Cliffhangers nie geschrieben werden. Weil ich rausfinden muss, ob es Hybride aus Werwölfen und Vampiren gibt, und ob die Alte jetzt den Freund von ihrer Mutter küsst oder nicht. Das ist wichtig. Das ist der dritte Grund. Faulheit ist ein mächtiger Gegner, verbündet mit Netflix quasi unbesiegbar. Dagegen helfen nur Deadlines und schlechtes Gewissen. 

Oft schreibe ich nicht, weil ich nicht dafür bezahlt werde und schreiben nicht mein Hobby ist. Mein Hobbys sind andere Sachen: Gitarre spielen und singen. Dem Mann den ich liebe etwas zu oft mitteilen, wie sehr ich ihn liebe. Spaghetti mit Öl und Knoblauch kochen. Rumliegen. Meinen Nachbarn versprechen, dass ich bald wieder aufhöre mit dem Gitarre spielen singen. Chatten. Bücher lesen. Kram halt, der mehr Spaß macht als schreiben. 

Am meisten schreibe ich wahrscheinlich nicht, weil mir die Komplexe und der Selbsthass dabei im Weg herumstehen. Weil es leichter ist, sich einzureden, man könne eh nichts, als es zu versuchen und dann erst zu scheitern. Weil ich mich drohend an böse Kommentare und Shitstorms erinnere, und alle netten Zuschriften verdränge. Weil mir alle meine Texte dann vage, nicht komisch, unwichtig, nervig vorkommen, und ich der Welt nicht noch mehr von diesem Scheiß zumuten möchte. Dann folgt meist der immer gleiche Tanz zwischen Verpflichtung und Sträuben, zwischen Trotz und Komplex, bis ich dann irgendwann zusammenreiße, und den Lesern doch noch einen Text mehr zumute. So übel sind die ja nun auch nicht. Das war der vierte Grund.

Und manchmal mache ich Urlaub.

Oft schreib ich nicht, weil ich mich besten Freundinnen auf dem Küchenboden betrinken muss.




Kommentare

  1. Warum schreibst du jetzt genau?

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    1. Laberrhabharbher; und Pures Selbstdarstellen. Deshalb schreibt sie. Ein Leben in der "Ich-Blase": nichts mehr. Nur, dass das Ich von jedem anderen wahrgenommen werden muss...How poor!

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    2. Und die Unsterblichkeit im Neide dieses Leben,
      diese zu theilen, ist ein Leiden auch.
      Doch das ist auch ein Leiden, wenn mit Sommerflecken ist bedeckt ein Mensch,
      mit manchen Flecken ganz überdeckt zu seyn! Das thut die schöne Sonne:
      nemlich die ziehet alles auf.

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    3. sol serenat omnia

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    4. Die Borniertheit des Sprechens an sich und die durch dieses zu Tage geförderten Weisheitsanflüge schließen sich ebenso wenig aus, wie die Blindheit als Methode das Körnersuchen. Ob es wirklich so schön wäre, wenn die liebe Sonne alles ins Heitere rückte, lasse ich dort hingestellt, wo das Mittelalter und ihm folgend dann seine Nachfahren es anzunageln versuchten bis heute. Bei Hölderlin allerdings zieht sie „nemlich“ alles auf – auch das niedergeschlagen verkatert Verzweifelte, was ihr jedenfalls dem Clown gegenüber einen gelasseneren Charakter verleiht.
      In dieser Gratisgesangsstunde versuche ich jetzt grade nichts weniger, als diesen Unterschied (innerhalb der Leiden der jungen R.) soweit zuzuspitzen, dass es möglich wird, ohne Gegensatz – und ohne ihn also lösen zu müssen – etwas mit sich selber zu versöhnen. Leiden – „…wie Bäche reißt das Ende von Etwas mich dahin…“ – und das Etwas ist, und es ist, ohne sich an Regeln zu orientieren, wirklich von Bedeutung, großgeschrieben. Also das Ende von allem, was Etwas heißen kann. Der erschreckendere Name dafür wird erst ein paar Zeilen später ausgesprochen. „…Natürlich, dieses Leiden hat…“ die junge R. Und mit „Sommerflecken“ ist sie auch bedeckt – „…mit manchen Flecken ganz überdeckt zu seyn…“, „… das ist auch ein Leiden…“ Also der moderne Name und die in seinem Namen gelenkten Heilwaffen sagen niemandem weniger als dem Ende von Etwas den Kampf an: Anti…! Aber Anti hilft nie gegen sich selbst.
      Schüchterne Nacktheit ist auch schön, auch und gerade, wenn sie die Seele und nicht den Körper entblößt. R., die Marilyn Monroe der Pubertätsliteratur, das ist doch mal wirklich ein Kompliment. Aber es wäre doch im Ernst erfreulich, würde es anders ausgehen in diesem Falle, ne!
      „…arme(r) Fremdling(in) in Griechenland! / Leben ist Tod, und Tod ist auch ein Leben.“ – „Auch 1“: Es vergeht von selber und alles Gesagte bleibt für immer geheim, auch ohne Kater und Husten.
      Die Sonne heitert zwar nicht alles auf, wie mein Vorschreiber versuchte zu beschwören, aber wenn sie lacht, lacht sie – und es ist ein großes Buddhalachen über ein auf Zigaretten gestütztes, vom Wein erweichtes kleines Dings, was uns hierher als Zeugen rief, um dann ihre Aussage zurückzuziehen – was wir reinen Herzens bezeugen können.
      Schöne Tage – vielleicht mit Apfelsaft und entsprechenden Kaugummis diesmal…

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    5. Schreiben ist ja noch mehr eine Zumutung als lesen. Und nebenher noch dieses verdammte Leben. Es gibt nicht vieles was mich neugierig macht. Aber es kann auch wieder anders werden mit ein paar frommen leuten. Bleib noch ein bisschen beim Zirkus. Wir ziehen nach.

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  2. Es ist, glaube ich, schon viel zu viel darüber geschrieben worden, warum ein ein Schriftsteller nicht schreibt. Eigentlich ist jedes Thema interessanter als gerade das nicht schreiben.
    Ich wünsche also sonniges Gemüt und Funken sprühende Inspirationen.

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  3. Ich schreibe manchmal nicht, weil ich lieber von anderen lese, die drüber schreiben, warum sie oft nicht schreiben.

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    1. From the ICE age to the dole age ... good moves, and please share a song sometime soon (duet with your Maja,

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  4. You´re back :-)
    Gratuliere zur Überwindung Ihres "Funk". Ich überlegte gerade, ob es gut ist, wenn ich Ihnen schreibe, weil Leute wie ich vermutlich der Auslöser waren, aber da draußen werden Sie nicht
    darum herumkommen, sich damit auseinanderzusetzen.
    Darum, Grüße von der anderen Seite.
    p.S.: Die "Psy-Changeling"-Reihe finde ich sehr inspierierend zur momentanen Lage.

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  5. ohne worte / ohne schweigen / sag die wahrheit
    ...
    sagte mein zen-meister selig :))

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  6. Hey Ronja, falls es dir hilft, ich hatte vor 15 Jahren auchmal ne lange zeitlang die Seelenpest mit Tavor und anderen Helfern. Und manche Sachen werden eben doch leichter erträglich, wenn man älter wird. Zudem ist Melancholikern Intelligenz und Hingabe gegeben, und ständig La Paloma pfeifen wäre mit deren Charakter meist gar nicht vereinbar. Ich finds super ,dass du so offen drüber redest.
    Alles Gute und EINFACH MACHEN!

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  7. Endlich letztgültige Sicherheiten: die Welt ist - das ist festgestellt - als ihr in die Unendlichkeit verlängerter Weltuntergang.

    Aus dem Ruder laufende Künstler umrunden gebannt diesen Sog einer tyrannisch wirklichen Wirklichkeit. Ich und kein Ende: in kuscheliger Depression glücklich vereinzelt gebärt die tragiklose Ödipeia sich selbst aus der Vereinigung mit sich selber.

    Die Welt ist - die Kunst also armselig befreit von Aufgabe und Experiment. Ängstliche Wehleidigkeit unter einer stickigen Bettdecke - eine Komödie wie wir wissen.

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    1. "...die Komödie um der Tragödie willen..", jaja, empfehle auch immer wieder gerne B's Büchner-Preis-Rede:
      https://www.deutscheakademie.de/de/auszeichnungen/georg-buechner-preis/thomas-bernhard/dankrede

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    2. sie leiden aber ganz gewaltig an einer art inversen tourette-syndrom, hab ich recht?

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  8. Es gibt, wie ich denke, eigentlich nur zwei Möglichkeiten für Menschen. Entweder - wie beinahe alle - zwischen den Weltdingen einer vorgegebenen Wirklichkeit verloren sein und gleichzeitig jeweils im Einzelfall in dieser Verlorenheit auch vermeintlich gerettet unter dem Schleier einer ungedachten, undenkbaren und unaussprechlichen Vermutung.

    Oder als Geist und Kunst von der durch diese bedrohten Materie angefeindet und angegriffen, nur durch Schwäche zum Schweben beflügelt und nur in der rückhaltlosen Unterwerfung unter den Kunst- bzw. Ausdruckszwang zum Atmen fähig.

    Zwei Möglichkeiten bedeutet nicht, dass es da eine Wahl gäbe. Das weiß ich nicht. Aber diese zwei Möglichkeiten, die auch zwei Wirklichkeiten sind, schließen sich, wie ich denke, gegenseitig aus. Der „Schriftsteller“, der sein Geld mit Schreiben verdient, wie der Friseur mit frisieren, gehört in die erste Kategorie. Tertium non datur.

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  9. Seguramente la traducción de google no es muy buena, distinto a ti en esos días repletos de depresión encuentro en la escritura el método mas viable para revivir, a veces, no sé si vivo y escribo o si muero y escribo, en esta vida donde todo efímero hay que aprovechar cada instante para hacer uso de esas facultades divinas cómo lo es escribir. Por citar un ejemplo, hoy es jueves 26 de Octubre, fui asesinado anoche por una precipitación de letras y no estoy seguro si estoy despierto o sigo durmiendo, escribo esto desde mi tumba, esperando que llegue la noche para morir de nuevo o quizá revivir. Lamento mis pésimas letras.

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  10. Warum gehe ich nicht in die Uni? Lieber lese ich um 12.00 mittags Sudelheft und trinke dabei eine Flasche Rotwein - von Aldi. Ronja von Rönne, mein Psychologe ist scheiße und mein Verhalten auch. Sei der Dan Bilzerian unter den Depressiven für uns Jim Carreys der Welthinterfrager und Lebensanzweifler! Gut das reicht an Pathos. Ich lege mich jetzt wieder in mein Bett und beschäftige mich vertieft mit Netflix, 9GAG und mit was auch immer mir dieses Internet an Medikationen bietet.

    Liebe Grüße
    J.S.

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  11. Warum gehe ich nicht in die Uni? Lieber lese ich um 12.00 mittags Sudelheft und trinke dabei eine Flasche Rotwein - von Aldi. Ronja von Rönne, mein Psychologe ist scheiße und mein Verhalten auch. Sei der Dan Bilzerian unter den Depressiven für uns Jim Carreys der Welthinterfrager und Lebensanzweifler! Gut das reicht an Pathos. Ich lege mich jetzt wieder in mein Bett und beschäftige mich vertieft mit Netflix, 9GAG und mit was auch immer mir dieses Internet an Medikationen bietet.

    Liebe Grüße
    J.S.

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  12. Grossartiger Sudelhefteintrag.
    Ich muss aber einem Vorposter widersprechen :
    Es wird im Alter nicht zwangsläufig besser, aber man hat sich halt irgendwann dran gewöhnt.

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  13. Liebe Ronja, DANKE DANKE DANKE für diesen und alle deine Texte!
    Bei "weil mir die Komplexe und der Selbsthass dabei im Weg herumstehen. Weil es leichter ist, sich einzureden, man könne eh nichts, als es zu versuchen und dann erst zu scheitern" bin ich ganz bei dir. Ein guter Grund nicht zu schreiben, das Internet, die Welt, die Menschen - alles viel zu voll von unnötigen Informationen, wer braucht da schon noch mehr? Kann man also gut und gerne sein lassen. Aber: Wenn Menschen wie du schreiben, gibt es immer irgendwo in dieser informationsüberfluteten Welt Menschen, die nichts glücklicher macht, als das was du schreibst. Merk dir das bitte! Und schreib einfach dann, wenn du es gerade möchtest. Was haben die anderen schon zu sagen? Nüscht. Ist nämlich dein Life!

    <3

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    1. Das stimmt, ist verflucht wichtig:
      die besten schreibbaren Dinge finden sich ein
      da, wo man sie müßig
      (! nichts davon in der hysterischen
      Rabbeligkeit durchmodernisierter Städte)
      einfach beikommen sieht,
      Gedanken, Gewahrungen (Airs),
      die dann auch spürbar sagen:
      jetzt! schreib mich auf -
      wozu einem die ablenkungslose
      Muße auch die genehme Weile läßt.
      Wichtige Sachen soll man verschriftlichen
      nach den Mustern schulischer und
      studierter Mechaniken,
      für RICHTIGE Sachen muß man
      aplombo entschieden Urlaub nehmen,
      und das heißt: weg da, diese Sachen
      gehen selbst Deine innigsten Mitfühler was an,
      zumindest vorher und währenddem -
      wisch sie Dir aus dem Horizont -
      weißt Du, was das ist?
      Die GUTEN Sachen aber,
      coinings for eternities,
      die kommen gewöhnlich wie eine verwandte Seele,
      die - das muß man vielleicht so einrichten -
      einen ebenso müßigen Tag kennt
      und nicht nach Terminen in doch niemands
      Gegend umherrennen muß,
      ein freundlicher Geist, der immer weiß,
      wo man grad ist, und er kommt nur immer mal
      vorbei, diese oder jene Angelegenheit
      nachzurichten, und es ist immer
      Deine beste Situation,
      das auch unmittelbar oder weiterhin
      gerade richtig gebrauchen zu können.
      Aus der - zeitlich weitläufigen -
      Menge dieser Beiläufigkeiten,
      mit etwas, nur nicht angestrengtem
      Nachdenken, werden da vielleicht die Dinge,
      die man noch weithin mitnehmen kann,
      flotte oder gewichtigere Apercus oder
      Sprichwörtlichkeiten...

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    2. Verehrte RvR,
      Deine Schilderung hier gerade,
      wie abgrundschlecht es Dir oft geht -
      sieht wirklich schlecht aus.
      Hör mal dies: in einer Zeit,
      wo ich als Paradeberber in den Äckern
      bei uns Tag hielt, Tag um Tag um... ,
      da befreundeten mich ein paar Rehe,
      die dort residierten. Sie gaben mir sogar
      die Patenschaft zu ihrer gerade erwchsen werdenden
      Tochter, die auch deutlich zeigte,
      daß sie mir was zu sein weiß.
      Echt, das war schon fast wie Knutschen,
      die reizte gern - MICH,
      weil icke ja, eben, ihr Patenmensch
      oder Patenfreund eher, war.
      Das ist da ein verdurialer Bahndamm,
      wo Tiere ohnehin gern zu mir kamen.
      Ich mußte jeden Tag aus einem
      Talschnitt in dem Hügel dort auf den
      offenen Damm über einer Bachtalkurve dort.
      Öfter also paßten mich dann die beiden Lieben,
      mein Patentier und seine Mutter,
      an dieser Passage ab...

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    3. standen da hinter ein paar Büschen
      auf dem Feld neben der unhohen Böschung,
      keine 6 m von mir entfernt,
      und die komplimentierten ziemlich,
      wenn Deinerlei das kennt:
      die tun ein paar kokett-ehrliche Tanzschritte,
      wobei sie mich im Blick behalten Du verstehst?!,
      und mehr als einmal zeigte sich dazu
      der Pater Familias, der Rehbock, Sylvester genannt,
      der ließ also nur seinen Kopf, 200 m entfernt,
      über den Bogen des Hügels schauen
      und aber sah genau her,
      wie seine Frauleute sich angenehm machten.
      ...

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    4. Ich hab ja sonst zu solcher Weisheit
      nicht viel Verwendung, aber wenn wir das
      so mal sehen: Du kommst aus einer guten
      Familie, einem Stamm, in dem ein eigenes
      Wissen über die Generationen und Lebensorte
      mitweiß, weit hin durch alles Gewühl der Welt.
      Und da nehme ich an, den Platz des
      Rehvaters Sylvester nimmt ein Urahn ein -
      das ist, in einfacher Bedenkung,
      genauerweise der, aus dessen Lenden
      letztendlich alle lebenden Leiber eines Stammes
      zu einer gegebenen Zeit hersind.
      Und, mit dem Rehtanz weiterzusehen:
      wenn dann in Zeiten weit ein rejetönchen
      ans Licht kommt, das nun seinen eigenen
      Welt-Tanz von daher mitgesehen und gewußt
      wissen kann, dnn hat das vielleicht der
      ach so lieben Mitwelt zu zeigen und beweisen,
      was dieser Ur-Mitwisser wird gemeint haben wollen,
      so wie der Bock gemeint haben will,
      was seine beiden Mädchen mir an Aufmerksamkeiten
      zeigen...

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    5. Dazu kommt etwas,
      das mir in Frankreich auffallen sollte.
      Da fand ich - wie und wann usw.
      is grad nicht wichtig -
      die Fleurs du Mal (übersetzte mir den Titel
      dann als: Blühendes Übel).
      Wie immer, wenn's was zu lesen gibt
      von weltliterarischer Qualität,
      so kann ich hernach seltenst sagen,
      was darin logisch und begrifflich genau
      geschehen ist; dafür bleibt mir aber oft
      eine gewisse Ahnung.
      Und das gewiß mit Baudelaire:
      der schrieb seine raunenden Verwünschungen
      just zu der Zeit, wo in Regie des M. Haussmann
      Paris systematisch mit diesen sehr soliden
      Bourgeois-Wohnburgen bestellt wurde -
      innerhalb weniger Jahre ist da ein gewaltiges
      Volumen zuvor Pans-Welt-freiem Himmelsraum
      in - dungeons, heißt das bei Zappa -
      verwandelt worden, Gemäuer um Gemauer,
      in dem in vielen Räumen im Leben kein natürliches
      Licht mehr hinkam, außer mittels Lampen -
      eine Instanz ägyptischer Finsternis,
      zu welcher der derste Napoléon Anweisung
      aus Ägypten selbst geholt hatte.
      Und aus dieser zwiespännigen Realität,
      zunächst leerer, seliger Himmel,
      dann alle die zusammengeheckten Finsternisse
      in den Bauten, im Blick eines Auges,
      das ist das Geheimnis von Bauselaires
      gargoiliger Poesie.

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    6. Aber jetzt kommen Sie, wertes Fräulein:
      Deine verdexte Depression,
      das ist Dein Stigma von der Familienmeinung her,
      mit dem,
      was dann das immer schäbige Berlin wurde,
      warnend oder mahnend zu zeigen:
      beim Pan - Du kennst ja Deine Böcke, sicherlich -
      genau dasselbe ist hier geschehen,
      und, das Leidwesen zu verdeutlichen,
      mußt Du immer verlorener,
      von der Zeit gequält - ich kenne diese Wirkung
      von sadistischen Verabreichungen von Haldol -
      das kann doch nicht wahr sein, heißt das,
      da geht der beste Leibatem-Seele-Geist
      kommentar- und sinnlos kaputt,
      und Du selber darfst da nur sagen:
      ja, ich eh, das LEIDE ich.
      Und Gehör, auch kombiniert mit Gehechel,
      sollst Du dafür auch haben,
      Sie sind ja auch, so gesehen,
      ein ziemlich kritischer Geist bzw. dessen Avatar.
      Wollen sicher auch ein paar gar nicht so
      supermoralische Frauengeister meinen,
      Frauengeschick ist ja ein sicherer Masseschluß
      bei allerlei Gedankenschaltungen.
      "Sagen Sie (uns... ) das ruhig,
      mit ihrem auch sonst interessant flotten Geist!"

      Sehe ich das richtig, was meinste?
      Ist das gutes Wohnen,
      wie 70 cm tief im Finsteren eine Kuh-Vagina?

      Und, mit Microsoft zu fragen:
      waren diese Bemerkungen hilfreich?

      Du hast ohnehin das Wort,
      aber da, wo ich mich nicht kann
      um Gehör beteiligen.
      web.de - man kennt sich -
      spielte mir grad eben eine Reklame-Abo
      von vier Ausgaben der ZEIT,
      und weil da vermutlich Deine Freilichkeiten
      zu finden sein könnten,
      habe ich das Ticket angenommen,
      wo ich doch weiß,
      daß ich nie damit rechnen kann,
      dort Les-Denkbares zu finden,
      allenfalls vielleicht 30 Zeilen Feature
      über irgendwas,
      das aber schräg geht in meinem Weltbild hier,
      das kann wachhalten wie Autolaute des nachts
      von einer nahen Fernstraße, die ja nicht
      zu mir führt, sondern weiß die Expedition, wohin.
      Ohne jeden Brast kann ich die Zeitung
      bei mir abschreiben für eben soviel Papier,
      ich versuch' gar nicht erst, deren faulen Zauber
      zu entschleiern.

      Um weiterhin mit Microsoft zu fragen:
      can you believe this?

      Ciao, ciao, ciao...


      UND MACH DICH DAVON
      AUS DIESER DEUTSCH_FADEN
      METROPOL-KARIKATUR,
      egal welcher.
      (Warte... )

      Löschen
    7. ...von einem mächtig tantigen Psy,
      der entfernt Typ-Ähnlichkeit hat
      mit dem nun so notorischern Herrn Winterkorn,
      wurde in eine Psychiatrie hineingelogen,
      oder sag ich besser: gelügt -
      da mußte ein braves, großes Mädchen
      mit Namen Binder sein Bettlager für mich räumen
      (in einem winzigkleinen Sichtwinkel
      zwischen dem Fensterrahmen und Baukanten
      draußen, gerade so groß wie der Mond,
      schien da für lange genug der Planet Saturn
      auf mein Kopfkissen,
      ich konnte nicht verfehlen, ihn zu sehen.
      Also: Binder, der Name, weist auf Landvolk hin,
      wo früher also Garben und was alles
      mußten von Leuten gebunden werden,
      und wie von solchen Leuten her sah sie auch aus,
      groß, gerade, satte, aber in keinster Weise
      unmäßige Körperformen, ein sehr ruiges
      und, meine ich, feines Gemüt.
      Das Goldigste an ihr war ihr Skalp,
      hüftlang streifgerade Haare, sanft seidig,
      und irgendwo farbte sie eine Strähne davon.
      Wir redeten nicht sehr miteinander,
      da beide ruhige Typen;
      nur einmal sagte ich zu ihr, sie habe schöne Haare,
      und sie quittierte das genauso ruhig freundlich.
      Sie war wohl depressiv, man ließ sie
      nach genügend Kur erst einmal gehen,
      doch zwei Jahre später war sie wieder da,
      sie hatte einen Selbsttötungsversuch unternommen,
      war aber gerettet worden und nun wieder hier -
      mit einem Kind, das gerade seine Beine fand,
      und irgendeine andere Sache sprenkelte
      ihre Haut dicht mit roten kleinen Pusteln.
      Ein Mann, guter Volks-Tochtervater,
      war dabei und sorgte für das Kind.
      Wir gaben einander die Hand,
      wie in einem Reigen, stimmten einander so zu,
      und dann wurd' sie irgendwann wieder entlassen.
      Gute Mädchen, in germnischer Folklore
      vielleicht eine Riesentochter...

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    8. (...dazu: diesertage hier bei Edeka an der Kasse
      durfte ein solches Riesentochter-Mädchen auffallen,
      sah aus wie eine Schwedin aus ältestem Stamm,
      selber aber ganz jung,
      bewegte sich leicht wie ein Ballon,
      sagte etwas zu der Kassiererin,
      das ich nicht verstehen sollte,
      aber den Klang ihrer Stimme, den hab ich)...

      Ein Quatsch, ne?!
      Also: auf dieser Psycho-Station
      fanden sich recht interessante und z.B
      habitual berechenbarere Leute,
      viele depressiv, ein Bipolarer,
      wenige Psychotiker.
      Und bei den Depressiven
      eine schöne, schmale, geradegewachsene Karibierin,
      die einen sozusagen peri-globalistischen
      Herweg berichtete: auf einer Karibeninsel
      bei anscheinend nicht armen Leute
      zu guter Figur und Bildung aufgewachsen,
      hatte jahrelang in New York gelebt,
      war dann nach Europa, Deutschland, weitergezogen,
      und hier dann begann ihre Depression,
      und wenn ich eins verstehe,
      dann, weshalb man am liebsten nach Deutschland,
      dieses abgeschmierte Sauerbrotland,
      ziehen sollte, wenn man eine Depression -
      Deine sind doch begüterte Leute, ne -
      MIT BESTEM GRUND bekommen will,
      in diesen Alkohol-geblendeten,
      vorgeblich nüchternen,
      aber sicher immer geschmacklosen
      und elementar frustrierenden Rinnstein-Städten
      mit lauter Pseudo-Freunden in Pseudo-Identitäten -
      ich konnte der armen Martine
      da nur zustimmen: wärst Du doch...
      (zur Erläuterung: dieser Ultimat-Film
      spielt sich in Düsseldorf ab, dankeschön).
      Sie wohnte in dem Zimmerchen neben meinem,
      und irgendwann bald stellte sie
      ihr Tages-Verhaltensmuster zurecht,
      indem sie nicht mit mir
      auf dieselbe Toilette gehen wollte
      und deswegen quer durch den Raum
      zu einer anderen ging, die auch ein Mädchen benutzte.
      Die Psychopattologen und ihre
      Betriebspsychologen wissen ja auf ihre
      schiele Weise von Delikatesse...

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    9. Und überhaupt, seit wann schon,
      das Motiv der Kommunkloaken
      und aus ihnen weichender Halbwesen
      war mir vor langem schon aufgefallen,
      etwa da - wo weilen die Ungeborenen,
      bevor sie gezeugt werden? -
      als es mit der deutschen Einheit Sache wurde
      und man konnte hier lesen
      von hunderten, tausenden halb-und-halb
      Doppelhäusern, die da hauruck plazifiziert wurden,
      in jedes so und so Sanitäranlagen gebaut -
      hier in dieser Stadt, gleich bei Ddf,
      war früher wichtig genug eine Keramikfabrik,
      die Waschbecken und Klosettböcke herstellten -
      also, da würden abertausende von Klosettbecken
      neu angepieselt werden,
      in Wahrheit zumindet so eine neue Zeit -
      denk an das eben zu Baudelaire Bemerkte:
      Kubikkilometer freien Himmelsraumes
      wurden in dungeons of civilized despair verwandelt,
      wozu Du etwa das Netsuke-Mäuschen geben darfst
      wie wahr, wie wahr!.
      Hier in meinem Wunderhimmel,
      den kein Medium von Menschenhand wettmacht,
      erschienen dann immer steil hoch,
      himmlischst weiß und sonnenlichthell,
      große Alligatorfiguren,
      die stemmten mit ihrer rechten Vorderpfote
      eine schöne Alabasterurne, wiederholt.
      Auch dachte ich mir da,
      die Leute, alle die Pseudo- und Neuberliner,
      die werden doch Mengen Parties miteinander feiern,
      wovon die Becken gut und besser arrosiert sein werden
      von alkoholdurchtränkten Hausgästen,
      und bei allem Scheuern und Ätzen
      bleibt davon doch irgendsone Art
      Nierensoma-Rosigkeit und eine subtile,
      charakteristische Witterung,
      und die Haushalter können sodann sich Gemüt machen
      mit dieser dem Thoth sicher eigenen Scherbe.
      So sah das da aus,
      und Du darfst, persönlichst, Mensch,
      Du armes Tier!, verdeutlichen,
      was an Katastrophalik damit einherkommen kann -
      im Fernsehen hier, wenn ich nur mal schaue,
      zeigt dann ein Gagfilm
      den Gebrauch eines Schwangerschaftstests, usw.

      Wie eins meiner Adages geht:

      Wo Zivilisation ist,
      muß der Käfig natürlich sein. Rangez-vous!

      Und Du findest bitte mal heraus,
      wie man 1. außer Sichtweite von Wänden,
      2. ohne, auch menschliches, Haus-
      und Knuddeltier (noch'n Liebling also),
      zu PHYSIOLOGISCHEM Verstand kommt -
      Depression gilt ja als organisch, teilweise -
      das heißt - vergleichbar zu Entgiften von Drogen -
      aggregatisch, sozusagen, grundlegende
      metabolische Normalen austauschen,
      das beginnt etwa bei einer egal wohin Wanderung
      ca. 2 Tage nach dem Anblick der letzten Tür
      und dem Vergessn, daß Wecker, als Idee schon,
      überhaupt eine Rolle spielen können
      im WIRKLICHEN Leben, und so.

      Eiapopeia...
      alle diese stickigen Verfänge,
      die einen nicht loslassen wollen.

      Und sonst, Loblieder auf die
      sellenrettende Kraft des Leides gibt's ja,
      und zurecht, aber das sag erst,
      wenn Du weißt wovon Du redest.

      Mit Microsoft also zu fragen:
      war das hier alles nicht ein wenig viel?

      Manche Geistchen pulvern mich eben so auf,
      da schreibt sich ne Rutschbahn bis Timbuktu.

      "Nu hören Sie mal... "
      (hier isses grad viereinhalb nach Zwei, nachts,
      ja gut...

      ("You're so stalkative, I dunno... ")

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  14. Liebe Ronja,

    JA!

    Liebste Grüße,
    eine stille, nicht immer alles abnickende, aber dir doch sehr verbundene
    Leserin von Beginn an

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    1. (Nachtrag: Dein Blog läuft noch auf Sommerzeit. Irgendwie schön.)

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  15. Hallo Ronja,

    so ist das nun mal im 21.Jahrhundert, mit Mitte Zwanzig kann man schon ausgelaugt sein, kaputt sein, ausgefickt sein, verschlissen, sich überflüssig vorkommen, sich sinnlos vorkommen, einfach liegen bleiben und einschlafen und nie mehr aufwachen.
    Dies alles sind die Errungenschaften des 20 Jahrhunderts, der Freiheit, der sexuellen Revolution, der Bildung und Verleugnung Althergebrachtem, sprich Verrat an uns Menschen, bzw. Ursprung der Menschheit.

    Am Anfang war alles gut!!!!, aber wo ist das hin ? Was haben wir mit unserer Intelligenz und angeblicher Bildung und Freiheit daraus gemacht ? Welches sind unsere heutigen Werte, bzw. bilden wir uns am allermeisten etwas drauf ein ?
    Warum hat dieser “Jesus” von Nazareth uns vor den Gesetzeslehrer und Schriftgelehrten und Co gewarnt ? Wer sind die heutigen Pharisäer ? Immer die andern so wie auch immer die andern die Dummen sind ? “Wir” sind ja bescheiden und so sind immer die andern die Dummen oder diejenigen, die sich für besonders schlau halten, Pharisäer halt !!!

    Es ist interessant zu sehen, wie viele kaputte Menschen dir hier folgen und es ihnen auch noch gleichgültig ist. Heute müssen wir zu allem gleichgültig sein, welch ein erbärmliches Leben wir uns errungen haben und auch noch stolz drauf sind. Und was erwartest du von deinem Text hier in deinem Blog ? Da kannst du genau so gut einen Taubstummen nach dem Weg fragen oder einen Blinden als Fahrer einstellen. In Freundschaften ist es ähnlich, man findet was man sucht, aber was sucht man eigentlich im Leben ?
    Was haben eure Eltern euch da nur überlassen ? Und ich bin einer dieser Eltern, habe 4 Kinder in deinem Alter und sie hatten sich früher wegen ihrer Eltern geschämt, weil sie anders waren als die Eltern ihrer Freunde und Freundinnen, und heute sind sie mir dankbar, dass ich so gewesen bin, wie ich gewesen bin und nicht auf jeden Zug aufgestiegen bin, den man mir vorgesetzt hat und eingeredet hat, wenn ich nicht aufspringe, dann.......... Ja was dann ? Ich bin schweren “Herzens” nicht aufgesprungen und heute geht es mir gut, aber nicht das “gut” welches man uns vorgibt, sondern das “gut” des anderen Herzens, welches ich so in mir gefunden habe.

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    1. Du bist mit deinem Antifeminismus auf dem richtigen Weg, auch mit der Art und Weise wie du damit umgehst und jetzt müsstest du dich von allem trennen, was dir bisher lieb geworden ist, denn dein Weg ist noch mal ganz anders als du denkst. Wenn du “deinen” Weg gehst, wirst du viele Freunde und Anhänger verlieren, dafür aber einen wirklichen Freund finden, nämlich dich selber und dein wahres Herz. Und alle die dir dabei nicht folgen wollen und sich von dir abwenden, müssen es selber verantworten und nicht du, und hüte dich vor denen, die dir “nett” vorkommen, das sind die Wölfe im Schafspelz.

      Unsere Wahrheit liegt in der Vergangenheit und nicht in der Zukunft. Wenn wir die Vergangenheit aber falsch interpretieren oder sogar leugnen und ablehnen, dann können wir niemals frei Leben können. Wir werden immer in der Vergangenheit leben, da können wir uns die Welt noch so bunt malen, es bringt nichts, außer Verzweiflung, Hoffnungslosigkeit, Depression usw., so wird unsere Zukunft dann aussehen. Dabei sollte das Leben doch wie in einem Paradies sein ?
      Geben wir dem “Paradies” ein ganz falsches Bild ? Sollen wir uns deshalb kein Bild von Himmel und Erde machen, weil wir alles falsch interpretieren ? Weil wir uns für so schlau halten ?

      Was bedeutet “Unzucht” ? Betreiben wir Unzucht an uns und mit uns und untereinander ? Weil wir nicht mehr wissen, wer wir wirklich sind ? Wir vor lauter Intelligenz und Einbildung und Egoismus vergessen haben wer wir wirklich sind, wo wir wirklich herkommen ? Es bewusst vergessen wollen, wegen den ganzen Sünden die wir uns dann eingestehen müssen, aufgeladen haben ? Leben wir grundsätzlich unzüchtig, gegen die Natur des Menschen, wie wir eins erschaffen wurden ? Wollen wir deshalb nicht in die Vergangenheit schauen, denn wo beginnt sie und wo hört sie auf ?

      Was bedeutet “Keuschheit”?

      Bedeutet Keuschheit nichts anderes als im Sinne der Schöpfung zu leben, aber welcher intelligente und gebildete Mensch will denn noch wissen, wie wir erschaffen wurden, Leib und Seele, Körper und Geist ? Aber gleichzeitig wundern wir uns, wenn das Leben keinen Sinn mehr bringt und so soll Gott uns geschaffen haben ? Und als Gott uns geschaffen hat, da gab es den heutigen Luxus noch nicht und waren die Menschen damals zufriedener oder noch unzufriedener als wir heute ? Bis dann die Schlange kam und alles seinen Lauf nahm, unter Schmerzen gebären und Dornen und Disteln, dabei hätte es so einfach sein können. Man musste nur die Finger von den Früchten des Baumes in der Mitte lassen.

      In diesem Sinn, lass die Finger vom Baum der Mitte und du kannst leben wie im Paradies, halt nur anders als wir es uns mit unserer Intelligenz (weltlichem Geist) immer ausmalen. Unser göttlicher Geist ist ganz anders und das “ Ewige Leben”, sprich beständig und voller Hoffnung, wie ein ungeborenes Kind und da können wir uns auf den Kopf stellen, es ist die Wahrheit.

      Hochachtungsvoll

      Erwin

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  16. Fragt mich jemand "warum schreibst du?" (mit diesem verständnislosen Blick) gucke ich mittlerweile gern genauso verständnislos zurück und frage: "warum schreibst du nicht?". In Interviews hilft das allerdings nicht. Die fragen dann einfach nochmal. Das nennt man "kritisch nachhaken" (glaube ich).

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  17. Wieso kommt es mir, wenn Du meinen melodramatisch-trostlosen Alltag beschreibst, irgendwie so okay vor, dass man so ist, wenn ich mir sonst nicht okay vorkomme, weil ich so bin? Danke dafür.

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  18. Liebe Ronja,

    falls es dir hilft:
    Ich habe keine Ahnung vom Schreiben und ich habe mich - bis ich deine Kolumne bei der Zeit entdeckt habe - auch nie wirklich dafür interessiert.
    Und ich werfe jetzt auch nicht mit Ausdrücken wie "post faktisch" oder sonstigem um mich, einfach weil es mich nicht interessiert und ich keinen Bedarf habe, dich hier in irgendeiner Form zu benoten wie ein verdammter Klugscheißer.

    Ich finde gut was du schreibst, bitte mach weiter so. Deine Gedanken und Formulierung sprechen vermutlich mehr Menschen aus der Seele als du glaubst.

    Und um hier auch noch ein sinnbefreites Zitat zu hinterlassen:
    "Egal wie dicht du bist, Goethe war Dichter!"

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  19. Lass dich von dem rauen Wind des Internets nicht abschrecken, es gibt mich eingeschlossen mehr als genug Menschen dort draußen die sehr gerne deine Texte lesen.
    Wann immer also zwischen den ebenso super wichtigen Tätigkeiten Zeit dazu ist, wir freuen uns über schriftlichen Einblick in deinen Kopf und eine zweite Perspektive auf all diese Dinge die dort draußen passieren.
    Dein Stil ist erfrischend und inspiriert mich immer wieder dazu selbst zum kreativen Schaffen zu finden, vielen Dank dafür.
    Erhalte dir deine Subjektivität und Alltäglichkeit, das sind ehrlich große Stärken und machen diese Marke mit aus

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  20. Manchmal glaube ich, dass du manche deiner Hasskommentare selber schreibst, aus purer Lust daran dein eigenes Gehirn auszulachen.

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  21. Liebe Ronja,
    ich mag, wie du schreibst. Belangloses und Komisches, Tiefgründiges und Banalitäten auf engstem Raum. Dicht. Auf den Punkt. Analytisch und selbstkritisch, manchmal plakativ, immer offensichtlich (fast hätte ich erfrischend geschrieben, das Unwort jeder Literaturrezension) subjektiv. Kein Anspruch auf eine höhere Wahrheit. Echt. Aus dem Gehirn durch die Finger in das Papier (oder das Schreibprogramm). Das spricht an, das berührt. Weil jeder du sein kann. Weil du jeder bist. Weil das, was du beschreibst, jeder kennt, und weil die Ehrlichkeit aus jedem Satz tropft wie aus einem ausgewrungenen Handtuch. Weil man sich denkt: Man, das könnte ich sein, das könnte ich auch schreiben, aber du kannst es viel schöner. Ohne Neid. Du verpackst den Alltag in Worte, die treffen, ihr Ziel finden, mit Wumms und trotzdem Fingerspitzengefühl analysierst du und das macht mir Mut. Mut, direkt zu sein. Danke für klare Worte!

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  22. aber wenn du schreibst, schreibst du ganz wunderbar. Hatte mal wieder 10 euro und hab mir 'wir kommen' davon gekauft. Ich unterstreiche immer Lieblingssätze, das halbe Buch ist voll mit Bleistift jetzt

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  23. (Gerade, beim Durchschauen der hier findbaren Kommentare,
    lese - Tavor, Tavor - die Haltlosen der frühen bis
    mittleren 60er nahmen Speed,
    und wenn das überschnappte,
    schalteten auf Valium, so'ne Ungeborenendroge.
    Wenn's schon nervenstärkendes Gift sein darf,
    wieso nimmst Du nicht mal Muskat?!
    Die dichte, geniale Seelenwärme,
    die man davon für Stunden hat,
    ist sonst nur mit illegalisierten Giften zu haben.
    Merke: dort, wie bei Dope, gibt es deutlich
    spürbare Qualitätsunterschiede, je nach dem,
    wo - Indischer Ozean oder Karibik -
    das Zeug auf welchem Boden gewachsen ist -
    in der Karibik anscheined auf Korallensand -
    und wie das Erntejahr-Klima gewesen -
    derzeit ist es nicht besonders intens.
    Übliche Nachfüllpackungen von Ostmann
    oder Fuchs - sehr empfehlenswert auch Rhenania,
    aber das gibts nur in der Umgebung von Koblenz -
    die Hälfte von dem jeweiligen Inhalt
    gibt einen merkbaren, ruhigen Trip für
    etliche Stunden, mit ca 3 Stunden Anlaufzeit;
    gewisse Empfindlichkeiten
    wie gelegentlich wie knochige Peripher-Nerven-
    Empfindung, Atemnot bei etwas zuviel usw.
    muß man ausmessen.
    Es macht nicht süchtig wie Tavor meist,
    und überhaupt: ich durfte finden,
    daß mit typischen Psychiatriegiften in scenes
    sich auch gern psychiatrische Leidenskarrieren
    anrichten, bei manchen Naturen wollen die
    banal-alleswissenden Menschenkenner
    sowas extra beweisen, und tun das.
    Niemand wird Dir bei einer Razzia Dein
    Tütchen Muskat wegnehmen,
    auch, weil es als Droge bei den Alleswissern
    ein wenig verachtet ist.
    Aber auf einem solchen Trip:
    achte mal drauf, wie sich Tiere in Deinem
    Umfeld aufführen - die wissen, gerade bei
    einem solchen Gift (und Dope, und LSD)
    Deine Welt-Sinnenseele zu spüren und erkennen
    und offenbaren sich ein wenig da hin.
    Kannste glauben.)
    (Anderer Verhalt: Mädchen, die gerne mal wollen,
    verdeutlichen sich und Anderen das,
    indem sie sich in viel Krach und Rabbel um die Kiste
    aufpulvern - das scheint da eine vergleichbare
    Wirkung des Davonjagens ungemütlicher
    Gedanken und Empfindungen zu haben
    wie sonst der Freitags-Absuff, mit dem gröbere
    Naturen sich vom Werktagswesen verabschieden.
    Diese Rabbels-Scene-Welt
    bekommt man im einverständigen Metropol-Scenetheater
    gern für ein paar Jahre Unheimlich-Wir-Orgien
    besorgt - biddesehr: nicht ich habe in einem
    Deiner Bücher einen Referenzbock namens Kracht
    erwähnt - weiß gar nicht, wer das ist,
    und Scene-Literatur im Weiteren, das is ja
    doch nur um die saftigeren Fleischtöpfe,
    Sensation, Sensation, Sensatioooon! - wo die Leute
    im Leben nicht mehr aus mieser Stadtwelt herausfinden.
    Muß ich sagen, denn auch diesen Kontrast
    mit einer Lebensweise fern außerhalb
    jeder Stadt-Alkoholgeist-Wüste habe ich hier
    gekonnt exemplarisch zugepaßt bekommen.
    Das Entsetzen mußt Du kennen,
    wenn einem innewird,
    wenn man aus der Tageslos-Tombola
    der Stadtverlorenen herausgefunden hat,
    und das ohne jeden moralischen Akzent.
    Man sollte halt nur besser wissen.
    Und mach's mal gut, ne.

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  24. (Interessant Deine etlichen Kommentatoren hier,
    Leute, die wirklich ein wenig denken,
    bevor sie was meinen und schreiben.
    Spricht für Dich, ne.
    Im Net, sonst, wenn ich da nach eine wenig
    meinbarem Intellekt schaue,
    gerate entweder an Elfenbeinstelziges,
    in das einzufreunden ich die Haut nicht habe,
    oder an diese banalnormalen Merkspruchausteiler,
    die bei ihrem Parolenzettelchen alle ein wenig miefen.
    Da ist eine Riesenspanne unartikulieter Geisterei -
    möööglich! - zwischen diesen Extremmarken.

    Und: deine Küchenmaus-Fotos
    sind ja erschreckend genug:
    Du mußt vor allem raus da
    aus solcher Lemuren-Kulisse,
    wo in keiner Richtung
    ein Ende der Gosse absehbar ist -
    wer genug trinkt,
    kann am Ende gar nicht mehr glauben,
    daß da sonstwas ist, und wie!
    Und daß die Weltgeschichte mehr ist
    als die Außenseite aller auf Verreck verbündeten
    Metropolik, soweit das elektrisch geblendete
    Auge gucken kann.
    Weder Psychiater noch Guru werden Dir
    in diesem Soziomaten-Misthaufen helfen,
    Du mußt einfach weg da, verstehst Du!
    Dein Selbsthaß, etwas so typisch Weibliches,
    ist nur die ungelenke Annahme
    von typfesten Meinungen, wie sie Dir Dein
    Scene-Theater ohnehin auf Dich hält,
    Dich selbst zu hassen ist nur so etwas
    wie vorauseilender Gehorsam vor den
    bösen Blicken einer einander ausgelieferten
    Menschheit.
    Die hören Dich gerne jodeln und jaulen
    in Deinen Nöten, weil man damit auch
    beispielgebend ein wenig moralisch positive
    Kulturgeste haben kann.
    Tja, werden sie sagen,
    wie etwa bei der schiel hochgejubelten
    Amy Winehouse, die sich für solche
    Lebenszeugen nur selber umbringen konnte -
    hat da einer was von Marylin gesagt?
    Musse nit tun, wie Lao Tse sagt.
    Von Manischen kennt man die manischen
    Gedankenfluchten, ein interessierendes Motiv
    aus dem 19. Jahrhundert her
    zu den Immensliteraten des frühen 20.
    Und, nun, Gedankenfluchten in Realzeit,
    das ist nicht so dramatisch, dafür aber auch
    more tedious - kann man auf Deutsch so nicht sagen.
    Fluchtpunkt-Sichten an den Ausfallstraßen
    großer Städte geben dem eine physisch-praktische
    Bildmarke hinzu ("Taxi!!").

    Stehpaddler, sagtes Du?
    Auf dem Nachtmeer der Ägypter??

    Könnt'st Dir denken,
    Reiseberichte zu schreiben,
    aus Gegenden, in denen man besser voran kommt
    als in den Türschlösser-reichen
    3D-Labyrinthen dimensionsloser Städte.
    Und man muß gebildet sein,
    soweit zumindest -
    davon siehst in Deinem mind cage auch nichts.

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    1. GOTHA - EISENACH - FRANKFURT
      (the world outside your window, somewhere in between)
      (say HI to Valerie Schönian & Sophie Passmann)
      MAY THE ROAD RISE UP TO MEET YOU

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(Ich veröffentliche nur freundliche Kommentare. Das Sudelheft ist mein Zuhause, und ich lade selten Leute zu mir nach Hause ein, die mich mit "Ich hasse dich, deine Familie und deine Texte" begrüßen.)


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